
Java - die Sprache
Woher kommt der Name?
Bei vielen Amerikanern ist Java die populäre Bezeichnung für Kaffee. Da die Programmiersprache Java unter Einsatz hoher Dosen von Kaffee entwickelt wurde, wählte man eine dampfende Kaffeetasse als Symbol für diese Technologie.
Wie entstand die Java-Technologie?
Der Ursprung der Java-Technologie liegt im Green-Projekt, mit dem die Firma Sun Microsystems eine kleine Firma 1991 beauftragte. Das Ziel dieses Projekts war die Entwicklung einer einfachen und plattformunabhängigen Technologie. Der erste Name, den die neue Technologie von Ihren Entwicklern Bill Joy, James Gosling, Mike Sheridan und anderen bekam, war Oak (Object Application Kernel). Dieser musste verworfen werden, da es bereits ein Produkt mit diesem Namen gab. So entstand Java.
Erstmals vorgestellt wurde Java am 23. Mai 1995 als neue, objekt-orientierte, einfache und plattformunabhängige Programmiersprache. Richtig in Schwung kam der Siegeszug 1996, als Eric Schmidt und George Paolini von Sun Microsystems sowie Marc Andreessen von Netscape die Integration von Java in den Netscape Browser beschlossen.
Wie hat sich die Technologie weiterentwickelt?
Seit der Veröffentlichung 1995 wurden einige neue Versionen der Programmiersprache heraus gegeben. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören Annotations, Assertions, Generics und eine Schnittstelle zur Integration von Skriptsprachen. Nice, Groovy, Free Pascal, JRuby und Scala sind nur einige der Sprachen, die auf der Java Virtual Machine ausführbar sind. Mit Jython wurde eine reine Java-Implementierung von Python entwickelt. So können Python-Programme auf einer JVM ausgeführt werden und so auf alle Java-Bibliotheken zugreifen. Die Weiterentwicklung beschänkte sich allerdings nicht darauf, die API zu erweitern.
Als interpretierte Sprache hatte Java von Beginn an mit dem Makel zu kämpfen, dass es im Vergleich zu C/C++-Programmen zu langsam sei. Durch permanente und konsequente Optimierung bei jedem neuen Release konnte der Rückstand in punkto Performance bei der Ausführung der Programme Stück um Stück wett gemacht werden. Inzwischen gibt es keinen nennenswerten Unterschied mehr zwischen nativ implementierten Programmen und Java. Beim Benchmark-Vergleich von Quake2 und Jake2, einem Java-Clon von Quake2, hat der Clon die Nase vorn.
Was hat sich rund um Java herum entwickelt?
Sun Microsystems stellte das Java Development Kit im Internet frei zur Verfügung. Damit hatte jeder, der Java entwickeln wollte alles, was er dafür benötigte. Inzwischen gibt es eine Vielzahl an kommerziellen und frei verfügbaren IDEs, die die Implementierung von Java-Programmen sehr komfortabel machen. Die bekanntesten IDE-Vertreter sind wohl Eclipse, Netbeans, JBuilder und IntelliJ.
Darüber hinhaus dient die JVM als Grundlage für die unterschiedlichsten Einsatzszenarien. Für den
Backend-Bereich wurden sogenannte Container entwickelt, die als Ablaufumgebung der Serveranwendungen dienen.
Der meist genutzte Container dürfte der Servlet/JSP-Container von Apache, Tomcat, sein. Komplexe
Systeme, die transaktionale Sicherheit und Skalierbarkeit erfordern, waren lange Zeit eine Domäne der
Enterprise Java Beans und den entpsrechenden EJB-Containern. Heutzutage können solche Systeme dank dem Spring-Framework
ohne EJBs solch komplexe Anforderungen erfüllen.
Die OSGi Allianz spezifiziert auf Basis von Java eine Komponenten-Plattform, die durch strikte Trennung von
Dienstedefinition (Schnittstelle) und Diensteanbieter (Implementierung) äußerst flexibel und anpassbar ist. Große
Anwendungsbereiche sind die Telematik, mobile Endgeräte und die Heimvernetzung.
Java spielt auch eine wichtige Rolle bei Android, dem Betriebssystem für mobile Endgeräte. Die virtuelle Maschine
Dalvik wurde mit der Java VM im Hinterkopf von einem Google-Mitarbeiter entwickelt. Die Programme für Android
werden in der Regel mit Java implementiert und nach der Kompilierung mit einem Java-Compiler mittels eines
Cross-Assemblers für die Ausführung auf der Dalvik VM aufbereitet.
Write once, run anywhere
Unabhängig von der Entwicklung von Java selbst wurde auch an anderen Stellen an neuen Ideen getüftelt und
an bestehenden Technologien weiter entwickelt. Im Bereich der Webtechnologien hat es die neue HTML-Version,
HTML5 mit dem Java-eigenen WORA-Prinzip geschafft, die Konkurrenten für Rich Internet Applications, Flash und
Silverlight, aus dem Rennen zu schlagen.
Write once, run anywhere, so lautete vor Jahren das Credo
von Sun, welches nun auch HTML5 für sich in Anspruch nimmt. Key-Player im Internet wie Apple, Microsoft,
Google und Facebook setzen auf HTML5 als bevorzugte Webtechnologie. Bei der Spezifikation des neuen Standards
wurde eine Java-Schnittstelle vorgesehen, über die Java-Objekte direkt in das Web UI integriert werden können.
So hat Java in sehr vielen Bereichen unseres Lebens Einzug erhalten. Und die Entwicklung ist noch lange nicht zu Ende...
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